Nicht alle, die wandern, sind auch verloren

50 km an einem einzigen Wochenende, zwei Etappen. Insgesamt 935 Höhenmeter. Genug Zeit, um sich für eine kurze Zeit wieder mal neu zu fokussieren, zwei Tage lang komplett abzuschalten und darüber nachzudenken, wie man so den Problemchen im Alltag begegnet und diese vielleicht auch meistert.

Nicht alle, die wandern, sind auch verloren
Photo by Maximilian Jaenicke / Unsplash

Eine gute Tour mit einem brutalen zweiten Tag, aber wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg – es sei denn, man übersieht so die offensichtlichen Anzeichen oder ignoriert diese einfach und macht sich das Leben unnötig schwer: Die bittere Erkenntnis hier ist, dass der Weg zum Ziel dann eben länger ist und man die Extrameile (oder in unserem Fall einige Extra-Kilometer) mehr gehen muss. Wie auch immer: Wenn man es vermeiden kann, mehr zu laufen als nötig und den Weg auch auf eine kraftsparende Art und Weise zurücklegen kann, sollte man es tun – im (Vorsicht, Metapher!) Privat- wie auch Berufsleben, denn ich vergleiche nun diese Wanderung nun mit einigen aktuellen Business-Herausforderungen!

Ja, und obwohl Trier als finales Ziel noch sieben Etappen entfernt ist, ist der Weg an sich die eigentliche Belohnung. Geht Euren Weg, erkennt die Hindernisse, meistert sie, bekämpft sie, reißt sie nieder – oder schlagt einfach einen anderen Weg ein, wenn dauerhafter Erfolg und Nachhaltigkeit ausbleiben oder Menschen zögern, Euch und die gemeinsam gesetzten Ziele zu unterstützen. Auch diese „human Roadblocks“, die „menschlichen Hindernisse“, sind nicht von Dauer, und obwohl jeder sein ganz eigenes Ziel vor Augen hat, sollte die Denkweise einer ganzen Organisation der rote Faden sein, eben das eine übergeordnete Ziel und nicht die persönlichen Befindlichkeiten einiger Menschen mit Starallüren. Und ja, hier schwingen auch (und gerade) wieder berufsbezogene Gedanken mit!

Das ideale Equipment ist unerlässlich für jeden Trip! Photo (c) Oliver Pifferi

Das Wichtigste jedoch ist, die richtigen Leute an seiner Seite zu haben – mit der richtigen Einstellung und dem Willen, das zu ändern, was geändert werden muss, um auch gemeinsam erfolgreich zu sein. Untätig herumzusitzen und nur darauf zu warten, dass sich die Dinge schon von selbst regeln, ist sinnlos, frustrierend und bringt keiner modernen Menschenseele auch nur den geringsten Mehrwert. Man darf und sollte diesen Weg nicht alleine gehen, sondern braucht dazu auch die richtige Unterstützung und eine gemeinsame Vision mit klaren Verpflichtungen! Ein Weg voller Hindernisse muss dennoch beschritten werden, aber für die gute Sache müssen diese Hindernisse (seien sie menschlicher oder organisatorischer Natur) aus dem Weg geräumt werden – idealerweise dauerhaft: Ob nun auf einer Wanderung durch die Eifel oder eben (idealerweise) auch im Brot-und-Butter-Job.

Mein Vorsatz ist an dieser Stelle mal wieder: Lasst Euch nicht von Menschen, die in der Vergangenheit leben oder von längst überholten Abläufen zehren, dauerhaft ausbremsen! Das ist zwar leichter gesagt als getan, aber sie Welt dreht sich und man ist gezwungen, sich eben mit ihr zu drehen – die klassische Zentrifuge des Lebens sorgt sonst dafür, dass man doch irgendwann aus dem Kern an den Rand verfrachtet wird. Und wenn man wirklich das Gefühl hat, dass Fortschritt trotz aller Versprechungen eigentlich nicht gewollt ist, ist es irgendwann doch an der Zeit, die eigentliche „Mission“ zu überdenken und trotzdem irgendwie den richtigen Weg zu finden: An welchem Punkt man sich dann im jeweiligen Moment auch befinden mag!

Das Ende der 8. Eifelsteig-Etappe: Das Krimihotel in Hillesheim. Foto (c) Oliver Pifferi

Es gibt genug Weggabelungen in der heutigen Welt und wenn selbst die besten Arbeitskollegen und Freunde an mangelnden Veränderungswillen zu scheitern drohen, dann ist das Richtige, das Moderne - ja der eigentliche Umbruch! - vielleicht doch etwas, das nicht wirklich gewollt ist. Ein jeder kann und sollte dann allein für das persönliche Befinden seine eigenen Schlüsse daraus ziehen, denn ein Job ist nur ein Job, aber idealerweise gibt es doch eine emotionale Bindung zu den Dingen, die man eigentlich tut?

Ja, es könnte alles so einfach sein…

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf einem meiner Vorgängerblogs am 28. August 2024.