Der beste Weg, die eigene Zukunft vorherzusagen, ist, sie selbst zu gestalten

Auch wenn die Vergangenheit hinter und die Zukunft noch vor einem liegt, kann Abraham Lincolns berühmtes Zitat als Synonym für eine proaktive Herangehensweise dienen, um auf künftige Ereignisse Einfluss zu nehmen - zumindest in einigen Lebenslagen.

Der beste Weg, die eigene Zukunft vorherzusagen, ist, sie selbst zu gestalten
Photo by Hadija / Unsplash

Ich habe den Stecker gezogen. Sprichwörtlich. Nach Monaten (die sich zu Jahren summiert haben) voller Wut, Verzweiflung, Perspektivlosigkeit, Trägheit, Antriebslosigkeit und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Gesundheit haben wir es endlich geschafft, mit den Kindern nach Dänemark zu fahren: Ein langjähriges Ziel auf der Urlaubsliste unserer Familie. Die Idee dahinter: Abstand von der täglichen Last zu gewinnen und auch das Thema „unerwarteter Tod“ hinter uns zu lassen – zumindest für eine einzige Woche. Obwohl ich selbst schon einmal in Dänemark war, diente das Land seinerzeit mehr oder weniger als „Sprungbrett“ für diverse Unternehmungen in Norwegen. Dieses Mal bekommt es mindestens eine Woche lang die ungeteilte Aufmerksamkeit, wobei der Fokus einzig und allein auf der Familie liegt.

Zeit zum Auftanken, Zeit, sich neu zu orientieren, Zeit, allem zu entfliehen, was den Alltag so belastet. Für mich gibt es kein besseres Heilmittel als das Meer und eben das Meer. Alle Sorgen sind wie weggeblasen, wenn ich mich an den Strand gehe, mich dort einfach irgendwo hinsetze und die Anmut des Wetters, der Gezeiten und den Sand genieße. Während die Zeit scheinbar stillsteht, kommt mein Inneres zur Ruhe und ich habe die im Alltag so fehlende Gelegenheit, über viele Dinge nachzudenken. Das Leben ist anders am Meer, und die alltäglichen Unruhen, die man von seinem gewohnten „Hamsterrad“ zu Hause kennt, sind einfach verschwunden und vergessen - zumindest für den Moment.

Foto (c) Oliver Pifferi

Es gibt da Entscheidungen, die in naher Zukunft getroffen werden müssen und Entscheidungen, die bereits getroffen wurden, um in bestimmten Situationen wieder auf Kurs zu kommen. Da ich zu den Menschen gehöre, die immer anhand von Pro- und Contra-Argumenten urteilen und da im Zweifel ordentlich vergleichen, gibt es immer Aspekte, die für die eine oder andere Seite sprechen. Wenn ich mich aber für eine Option entscheide, ist das im Normalfall eine endgültige Entscheidung, und – in der Regel – steht ein Rückzieher nicht auf meiner Agenda. Im Grunde weiß man im Leben bekanntlich ja nie, was man mit jeder einzelnen Entscheidung so bekommt, aber wird man auch andererseits nie erfahren, was passiert wäre, hätte man doch diese eine Entscheidung vielleicht anders getroffen.

Während ich über den einen oder anderen Punkt in der beruflichen Zukunft nachdenke, dreht sich mein privates Leben natürlich meine Familie: Meine Frau, meine Kinder und auch meine Hobbys, die nie die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdienen. Indem ich versuche, diesen Fokus wiederzufinden, nehme ich mir die Zeit und das Recht, meine Zukunft auf eine bestimmte Weise selbst zu gestalten. Nicht alle Bereiche meines Lebens werden davon betroffen sein, aber es ist an der Zeit für neue Herausforderungen und einen Neuanfang - irgendwie. Daher bleibt eine genaue Vorhersage meiner Zukunft in allen Bereichen (natürlich!) ungewiss, aber wenn ich mich aktiv an ihrer Gestaltung beteilige, kann ich eben das Hamsterrad zum Stillstand bringen und eine Tür öffnen, während sich eine andere notgedrungen schließt respektive geschlossen werden muss. Manchmal und gelegentlich stolpern einem Chancen, die man ergreifen muss, einfach so in den Weg und eröffnen einem eine neue Perspektive - was immer aus dieser Perspektive am Ende auch wird!

Was bringt die Zukunft? Foto (c) Oliver Pifferi

Für mich heisst das nun: Warte nicht darauf, dass Deine Zukunft sich schon selbst für Dich organisiert oder irgendwer es „schon für Dich richtet“. Nimm dir die Zeit, dich neu zu orientieren, „den Stecker zu ziehen“ und über die Dinge nachzudenken, die Dir gut tun – und sortiere die Aspekte aus, die das nicht tun. Oft braucht es nur etwas Abstand, um eine Lösung zu finden – und jemanden, der dir zur Seite steht, eine neue Perspektive bietet und somit auch eine Art der Klarheit schafft. Am Ende hat man natürlich nur bedingt aktiven Einfluss darauf, wie das Universum so funktioniert, aber man kann zumindest die Dinge versuchen, in die richtige Richtung zu bringen, um am Ende irgendwie davon zu profitieren: Sowohl das eigene Wohlbefinden als auch das der Familie werden am Ende davon profitieren!

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf einem meiner Vorgängerblogs am 15. April 2023 und ist fast drei Jahre später aktueller denn je!